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Liebe Gemeinde, liebe Schwestern
und Brüder,
Wenn wir uns heute mit der Urgemeinde in Jerusalem befassen, dann sicher auch zum einen, weil wir Gott dankbar sind, wie er aus einer Handvoll verängstigter Jünger eine große weltweite Gemeinde wachsen ließ, aber zum anderen auch, weil wir uns Anregung, Motivation und Zuversicht für unsere Situation heute erhoffen. Wir wollen lernen, Wichtiges übernehmen und Notwendiges verändern. Die Gemeinde in Jerusalem, die seit dem Pfingstfest wächst, kommt regelmäßig zusammen. Die Leute hören auf Geschichten von Jesus, sie feiern gemeinsame Mahlzeiten, bei denen sie Jesus im Geiste unter sich wissen, sie beten und unterstützen sich umfänglich. Die Apostelgeschichte erzählt einige Blitzlichter aus der Gemeindegeschichte, wie wir das auch bei Jubiläen tun. Ein solches Blitzlicht ist die Heilung eines Gelähmten vor der Goldenen Pforte des Tempels. Dass der Mann, der 40 Jahre nicht laufen konnte, nun großes Erstaunen hervorruft, aber auch jede Menge Widerstand, ist verständlich. So werden Petrus und Johannes vor der Ratsversammlung verhört und gefragt, mit welcher Kraft sie dieses Wunder vollbrachten. Apostelgeschichte 4,5-31 Speziell in Vers 12 antworteten Petrus und Johannes mit einem Bekenntnis zu Jesus. Apostelgeschichte 4,12 Ich frage mich, welche Bedeutung dieser Satz für uns heute haben kann. Jesus ist das Heil. Er holt uns in die Nähe Gottes. Dort sind wir sicher, geborgen und haben das Gefühl, zuhause angekommen zu sein. Jesus heilt seelische Wunden. Er sieht die Verletzungen, den Kummer, die Traurigkeit, auch die Verzweiflung über eigenes Versagen, und er legt seine Hand auf diese Wunden. Jesus heilt auch den Körper von innen. Zufriedenheit, Ausgesöhnt-Sein überträgt sich auf den Körper, lässt besser schlafen und aufrechter gehen. Jesus hilft, die Lebensweise zu verändern, dass Friede auch in die zwischenmenschlichen Beziehungen einziehen kann. Dass wir nur durch Jesus selig werden können, ist für unsere Ohren heute anstößig. So oft wird uns als Christen Intoleranz vorgeworfen, weil wir mit dieser Aussage „In keinem andern ist das Heil“ anderen automatisch das Heil absprechen. In der Vergangenheit haben sich daran Glaubenskriege entzündet. Statt die Liebe Gottes zu verkünden, wurde um Vorherrschaft gekämpft. Deshalb versuche ich, das Bekenntnis von Petrus und Johannes aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ein Glaubensbekenntnis ist kein objektiver Bericht über den Inhalt der Weltreligionen. Es ist eine sehr persönliche Aussage, die auch so lauten könnte: „Für mich ist Jesus der einzige, der mich in Gottes Heimat führt. Kein anderer hat die Leiter aus dem Himmel herabgelassen, um mich zu suchen und zu finden. Jesus ist mir begegnet, er ist deshalb mein Heiland, durch ihn habe ich Frieden gefunden.“ Vor zwei Wochen stand in der Tageszeitung ein Bericht über eine iranische Gemeinde in Wiesbaden. Gemeindeglieder kamen in dem Interview zu Wort, und sie berichteten über genau diese Glaubenserfahrungen. Für sie hat mit Jesus eine neue Zukunft begonnen, für sie ist Jesus der einzige Weg zu Gott. In unserem ganz alltäglichen Leben machen wir diese Erfahrungen ja auch. Eine Braut erzählt mir im Traugespräch, dass ihr Liebster der Mann fürs Leben für sie sei, einer von 80 Millionen, wie es in einem Songtext heißt. Eine Mutter schaut in den Kinderwagen, sie wird ihr Kind mit niemand tauschen, es ist ihr Ein und Alles, für das sie ihr Leben hingeben würde. Wir kennen also durchaus diese wissenschaftlich nicht haltbaren, aber trotzdem zutiefst wahren Aussagen, dass ein Mensch für jemand der Einzige sein kann. Warum dann nicht auch Jesus der Einzige, der mir den Himmel öffnet? Jesus geht eine persönliche Beziehung zu uns Menschen ein und nimmt uns an die Hand. Dadurch wird er uns der Liebste und Einzige. Er fordert nicht, sondern er liebt, vorbehaltlos und bedingungslos. Die Entscheidungsträger im jüdischen Rat wundern sich über diese ehemaligen Fischer aus Galiläa, die auf einmal öffentlich reden, als hätten sie ein Theologiestudium und einen Rhetorikkurs hinter sich. Sie beratschlagen, wie man die Seuche der Christen am besten stoppen könne, und verständigen sich auf einen Maulkorberlass. Die Männer sollen einfach aufhören, von Jesus zu reden, so ließe sich die Bewegung doch am leichtesten stoppen. Doch die Beiden antworten: Apostelgeschichte 4,20 Begeisterung für Jesus lässt sich nicht einfangen. Ein Maulkorb behindert, aber kann nicht zum Schweigen bringen. Die gerade zum Glauben Gekommenen wollen es allen weitersagen, wie Frischverliebte den Namen des anderen und der anderen in jeden Baumstamm ritzen. Diese Begeisterung erlebe
ich bei uns allerdings nur selten. Unsere Bäume haben keinen „Jesus“
eingeritzt, und unsere Gottesdienste sind auch nicht immer eine Party für
Jesus. Wie also lässt sich die Anfangsbegeisterung aufrecht erhalten?
Ein neues Buch trägt den Titel: „Häng deine Regenwolken in die Sonne“. Darin finden sich 30 Lebensgeschichten, die Mut machen sollen. Auch diese Erfahrungen helfen, für das eigene Gottvertrauen Futter zu bekommen, selbst wenn wir die Erzählenden nicht persönlich kennen. Letztlich helfen auch Ohnmachtserfahrungen, den Glauben wieder neu zu entfachen. Wo wir nicht weiterkommen, ist ein beliebter Einsatzort für Gottes Hilfsteams. Wo wir die Hilfe nicht selbst im Griff haben, wird uns umso deutlicher, dass Jesus uns beisteht und uns alles gibt, was wir brauchen. Das ist nicht immer sofort der Fall, aber im Nachhinein erkennen wir die Spur, die Jesus schon viel länger durch unser Leben gelegt hat. Die Jünger kommen nach ihrem Verhör vor dem Hohen Rat in Jerusalem wieder zurück in die Gemeinde. Apostelgeschichte 4,24+29-31 Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut. Der erste Impuls der Gemeinde ist zu beten. Sie schmieden keine Fluchtpläne, halten keine Strategiesitzung ab und geben sich nicht der Verzweiflung hin. Stattdessen zitieren sie einen Königspsalm aus dem alten Israel, in dem der kommende König gepriesen wird, den sie auf Jesus deuten. In diesem Psalm 2 heißt es: „Der im Himmel wohnt, lacht über die Feinde.“ In diesem Sinne beten sie. Die Not ist groß, so groß, wie im Bild gesprochen die Eigernordwand sich über Grindelwald erhebt. Aber Gott lacht über die Eigernordwand. Er kann sie versetzen. Im Gebet verändert sich die Perspektive. Nicht die Not ist groß, sondern Gott ist groß, der auch Herr über die Not ist. Nun beten sie nicht etwa, dass ihre Feinde schweigen oder umkommen sollen, sondern sie beten um Heilung, um Versöhnung, um Zeichen, dass Gottes Liebe siegt. Sie wollen ihr Zeugnis nicht gegen feindliche Mauern und Eigernordwände brüllen, sondern wollen es Menschen geben, die bereit dafür sind und sich nach Heilung sehnen. Gemeindegebet sprengt Mauern
und Berge, Maulkorberlasse und Angst. Wir sollten uns darauf einlassen
und es praktizieren. Jesus hat verheißen, dass er mitten dabei ist,
wo zwei oder drei sich in seinem Namen versammeln.
Cornelia
Trick
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