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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Christen sind Tulpen im
Erdreich. Waren sie von ihrer Lebensquelle Gott vor ihrer Begegnung mit
Christus abgeschnitten, so hat sie Jesus Christus wieder in die Erde eingepflanzt,
die Verbindung zur Zwiebel wieder hergestellt. Menschen ohne Gott, so wird es in der Bibel vielfach beschrieben, suchen sich Ersatzerde. Sie versuchen sich in Geld einzuwurzeln, in Machtpositionen oder Frauen- und Männergeschichten. Sie suchen ihre Zwiebel an Orten, wo sie nur Vasen finden, die ihr Leben zwar verlängern, aber den Tod nicht besiegen. Doch wie geht es weiter mit Christen, die mit Christus verbunden sind? Wie meistern sie ihr Leben? Wie gestalten sie ihren Alltag mit Gott? Dieser Frage werden wir heute im Zusammenhang unseres Themas nachgehen, welche Aufträge die Gemeinde 2007 von Gott her hat. Nach "Gott lieben", "den Nächsten lieben" und "Menschen zu Jesus einladen" fügt sich als weiterer Aspekt an "Jünger sein und bleiben", der Auftrag der Gemeinde, Christen dabei zu unterstützen, in der Erde Gottes zu wachsen und zu blühen. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Epheser: Paulus warnt die Gemeinde in Ephesus davor, sich selbst von Gott wieder abzuschneiden und in die alte Existenz zurückzufallen. Er malt ein Schwarz-weiß-Bild der alten und der neuen Existenz. Ohne Gott lebten die Epheser in absoluter Dunkelheit, getrieben von der Suche nach Halt und Bestätigung. Diese Dunkelheit drohte ihnen wieder, wenn sie ihre Chance nicht wahrnahmen und bei Gott blieben. Sie hatten den Christus gelernt. Sie hatten nicht einfach Lehrinhalte über Jesus auswendig gelernt, sondern Jesus selbst gelernt, ihn verinnerlicht, ihn aufgenommen in seiner ganzen Person. Der gelernte Jesus war nun in ihnen präsent, bestimmte ihr Denken und Handeln, machte den großen Unterschied zu den Leuten, die Jesus nicht in ihrem Leben hatten. Als die Epheser "Christus lernten", legten sie die Verhaltensweisen von Schnittblumen ab. Sie suchten nicht mehr nach Halt, Liebe und Glück, sie hatten das alles gefunden. Sie ließen ihre Denkweise von Jesus durch seinen Heiligen Geist erneuern. Ein neues Programm war in ihrem Denken installiert. Sie konnten Jesus vertrauen, sie konnten andere Menschen lieben wie sich selbst, sie hatten Freude daran, für andere da zu sein und sie in Kontakt zu Jesus zu bringen. Die neue Denkweise führte zur Veränderung, sie konnten Jesus ähnlich werden, die gleiche neue Kleidung anziehen, sich als Gottes Kind zu seiner Familie gehörig fühlen. Dieses Anziehen des neuen Menschen dauert lebenslang. Als Christen sind wir Projekte in Arbeit. Gott kann an uns arbeiten und uns vorbereiten auf den Himmel. Er kann jeden Tag unseres Lebens dazu nutzen, an unseren Gewohnheiten zu feilen, unser Denken auf ihn zu richten und unsere Taten nach seinem Willen zu formen. Doch sein Arbeiten an uns geschieht nicht von allein, während wir in der Badewanne oder im Sessel sitzen, während wir unsere Themen in Büros wälzen oder uns mit unseren Mitmenschen auseinandersetzen. Gott zieht uns den neuen Menschen an, indem er uns einlädt, Jesus Christus zu lernen. Er schult uns zwar in unserem Alltag, aber nicht ohne unsere Beteiligung. Er ist nicht das Virenschutzprogramm, das im Hintergrund läuft und alle paar Tage unsere Daten auf den neusten Stand bringt. Er ist unser Gegenüber, er will, dass wir ihn wahrnehmen und ihn lernen, aufnehmen, verinnerlichen, nicht nebenbei oder im Hintergrund, sondern bewusst. Darüber möchte ich mit Ihnen in dieser Woche nachdenken, wie wir Jesus Christus lernen können, um als Gottes Geschöpfe zu wachsen, statt das Schicksal von Schnittblumen zu teilen. Jesus Christus lernen durch die Bibel Um Jesus Christus zu lernen, brauchen wir die Informationen, die uns die Bibel über ihn liefert. Doch mechanisches Lesen bringt uns Jesus noch nicht näher. Sie will von uns mit einem offenen Herzen gelesen werden, mit der Sehnsucht, mehr über Jesus zu erfahren. Wenn wir die Bibel in die Hand nehmen, sollten wir den Weg frei machen, dass sie uns ins Herz sprechen kann und zur Quelle wird. Vielleicht hilft uns dabei ein kurzes Gebet: Herr, öffne mich für dich! Vielleicht hilft uns ein ruhiger Ort, an dem wir nicht gestört werden. Vielleicht hilft uns eine Bibelübersetzung, die unsere Sprache spricht und leicht verständlich ist. Vielleicht hilft uns ein Mensch, der mit uns liest und uns dazu ermutigt. Haben wir Ja dazu gesagt, dass Jesus mit uns reden will, können wir mit dem Lesen beginnen. Um Jesus zu lernen, bieten sich zum Einstieg das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte an. Sie sind für Leute geschrieben worden, die nicht zum jüdischen Kulturkreis gehörten. Es fällt leicht, den Inhalten zu folgen ohne Hintergrundwissen. Haben wir die Geschichten von Jesus gelesen, werden wir mehr wissen wollen, den Hintergrund studieren, die Parallelstellen hinzuziehen. In einem weiteren Schritt können wir einzelne Geschichten oder Sätze auswendig lernen und die Worte damit verinnerlichen, um sie jederzeit griffbereit zu haben. Und der wichtigste Schritt ist, die biblischen Geschichten auf das Leben zu beziehen, sie anzuwenden, selbst in die Geschichten hineinzuschlüpfen und mit ihnen den Alltag zu bestehen. Die Bibel ist grundlegendes Unterrichtsfach für die nächsten Einheiten. Jesus Christus lernen durch Einsatz Paulus fordert die Christen in Philippi nicht auf, im 24-stündigen Arbeitseinsatz ihr Heil selbst zu verdienen. Gerettet sind sie ja schon. Die Verbindung zur Lebensquelle hat Gott wieder hergestellt. Doch nun werden die Christen ermutigt, Gottes Wollen und Gottes Vollbringen nicht im Weg zu stehen. Er will Großes mit uns tun. Dafür lässt er den Willen in uns wachsen, uns für ihn aufs Spielfeld zu begeben. Und er schenkt uns Erfolg, den wir aus eigener Kraft nicht herbeiführen könnten. Wir können Jesus Christus lernen, wenn wir auf sein Wollen in uns hören. Jemand aus unserer Gemeinde rief einen Monat vor Weihnachten bei mir an. Er sagte, er habe die Idee bekommen, ganz Neuenhain einen Weihnachtsgruß in die Briefkästen zu verteilen. Ein ganz schönes Unternehmen, 2500 Weihnachtsgrüße in Neuenhain zu verteilen. Doch dieser Wunsch nahm schnell Gestalt an. Alle drei Neuenhainer Kirchengemeinden nahmen die Idee auf, alle verteilten einen gemeinsamen Weihnachtsgruß, der offensichtlich auf viele offene Herzen stieß, wie die Rückmeldungen zeigten. Hier hat jemand diesem Wollen Gottes Raum gegeben und ihm nachgespürt. Auch die Aktion JesusHouse im April in Neuenhain geht auf ein solches von Gott geschenktes Wollen zurück. Und die Jugendlichen lassen sich darauf ein, aufs Spielfeld zu gehen und darauf zu vertrauen, dass Gott dem Einsatz Erfolg geben wird. Aus dem Einsatz für Jesus wächst Vertrauen. Er hält seine Versprechen, er lässt uns Christen auf den verschiedenen Spielfeldern nicht allein. Er gibt Gelingen und lässt uns staunen. Jesus Christus lernen durch Probleme Manchmal wünschen wir uns, Gott wäre so ein Flaschengeist. Wenn wir ein Problem hätten, könnten wir den Korken der Flasche ziehen, den Geist aus der Flasche rufen und ihn bitten, unsere Probleme wegzuzaubern. Doch so funktioniert Gott nicht. Im Gegenteil gewinnen Christen sogar den Eindruck, dass mit dem Christsein noch zusätzliche Probleme in ihr Leben gekommen sind. Paulus schreibt der Gemeinde in Rom: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. (Römer 8,28) Paulus sagt der Gemeinde nicht, dass alle Dinge schon bestens stehen, er weißt sie aber darauf hin, dass Gott auch die Probleme für uns zum Besten führen kann. Es macht einen Unterschied, ob ich in einer problematischen Situation darauf vertrauen kann, dass Gott mir da hindurch hilft, oder nicht. Und Probleme gehören zum Christsein dazu, sie sind die Lebenserfahrungen, in denen Jesus uns am allernächsten kommt, in denen wir am nötigsten die Hand Jesu brauchen, um sie zu bewältigen. Solange wir in einem sicheren Swimmingpool schwimmen, brauchen wir keinen Rettungsring. Da kann Jesus ruhig am Rand sitzen und sich mit anderen beschäftigen. Aber wenn wir auf hoher See aus dem Boot fallen ohne Rettungsweste, da greifen wir nach Jesus, da spüren wir seine Kraft und seine Liebe, da erst wird deutlich, dass er uns wirklich rettet. Was ist nötig, wenn wir aus dem Boot fallen sollten und in Probleme geraten?
Jesus Christus lernen in Versuchungen Versuchungen stellen uns vor verschiedene Wahlmöglichkeiten. Soll ich dies tun oder das? Soll ich dem Weg des geringsten Widerstands gehen oder meinen Kopf hinhalten? Soll ich meinen Neigungen nachgeben oder mich an Gesetze halten? Haben wir unseren Unterrichtsstoff verinnerlicht, werden wir nicht über die Stolpersteine der Versuchung fallen, sondern sie werden uns zu Trittsteinen nach vorn. Jedes Bestehen bringt uns weiter. So sind nicht die besonders gute Christen, die nie in Versuchung kamen, sondern die, die der Versuchung widerstanden. Denn sie haben erlebt, wie Jesus sie bewahrt hat vor einer falschen Entscheidung und sie stark gemacht hat, eine andere Richtung einzuschlagen. Um uns auf diese Klausuren des Lebens vorzubereiten, brauchen wir Gebet: "Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen"., "bewahre mich, eine falsche Entscheidung zu treffen, die dir weh tut", "mach mich wach, wo ich in die Falle tappe", "lass die Versuchung nicht zum Stolperstein, sondern zum Trittstein werden, der mich näher zu dir, Jesus, bringt". Jesus Christus lernen braucht Zeit Wir sind bestimmt nicht besser als die Jünger, wir lernen auch nicht schneller, nur weil wir eine bessere Schulbildung haben, als die Jünger damals. Auch wir haben viel zu verlernen und viel zu lernen, wenn wir wachsen wollen. Aber wir haben die Zusage, dass Jesus uns unterrichten will, uns seinen Geist schenkt, um bei ihm zu bleiben und uns vergibt, wenn wir Hausaufgaben vergessen haben oder durch Klausuren gerasselt sind. Oft gehen wir zwei Schritte vor und zwei zurück. So sieht unsere Umgebung nicht viel von unserem Wachstum. Aber Jesus lernen wir dabei sogar immer besser kennen, ihm vertrauen wir immer fester und die Nahtstelle zwischen Tulpenstängel und Tulpenzwiebel wird immer dicker. So dass wir mit Paulus sagen können: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, meinem Herrn. (Römer 8,38-39) Der Auftrag der Gemeinde heißt, dass wir einander helfen, Jünger Jesu zu sein und zu bleiben. Hier sind wir gefordert, den Auftrag in unser Gemeindeleben zu übertragen: Wie aktiviert Jesus mich persönlich zum Wachstum? Welche Veranstaltungen der Gemeinde helfen mir, Jesus zu lernen?
Cornelia
Trick
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