Wort auf den Weg
 
Traurigkeit und große Freude

Liebe Leserinnen und Leser,
„Traurigkeit und große Freude“, so habe ich das Titelbild überschrieben. Die 2 Frauen, nach der Überlieferung des Matthäus Maria aus Magdala und die andere Maria, stehen mit dem Rücken zur leeren Grabhöhle. Ihre Haltung spiegelt die Trauer der vergangenen Tage wider. Sie sind hierher gekommen, um sich von Jesus zu verabschieden. Sie wollten eine Rose ans Grab legen, ihrer Liebe mit dieser Geste noch einmal Ausdruck verleihen. Doch das Grab ist leer. Nur indirekt können wir den Engel erahnen, der den Frauen die Osterbotschaft bringt. Er lässt das Gesicht der einen Maria hell erstrahlen, und auch die andere Maria bekommt etwas von dem göttlichen Licht ab, ihre tröstende Hand auf der Schulter der Anderen ist in helles Licht getaucht.

Der Engel ist schon da. Er hat den Frauen zugesprochen, dass Jesus lebt – warum freuen sie sich dann nicht? Warum hängt die Rose herunter und wird nicht wie zum Sieg in die Höhe gerissen?

Die Zeichnung der zwei Frauen verbindet den ersten Ostertag mit der Gegenwart. Vielleicht sind Sie, bin ich eine der beiden. Ich weiß um die Auferstehung Jesu, ich weiß, dass seine Auferstehung den Weg zum Leben bahnt. Ich weiß, dass die Macht des Todes gebrochen ist. Und doch kann es Situationen geben, in denen ich traurig bin, zweifle und mir Gewissheiten unsicher werden. In denen ich Angst habe und mich am liebsten verkriechen würde. Jesus, der Auferstandene sieht Sie und mich. Er kommt selbst oder schickt Oster-Engel, die in diesen traurigen Stunden Jesu Licht in unsere Dunkelheit bringen. Jesus drängt sich uns nicht auf, aber er lockt uns, den Blick zu heben und ihn zu sehen. Unsere Furcht will er in Freude wenden. – So begegnet Jesus kurz darauf den beiden Marias und macht sie gewiss: Der Tod ist endgültig besiegt! (Matthäus 28,1-8)

Dass Jesus Traurigkeit in große Freude verwandelt, das wünsche wir Ihnen in dieser Osterzeit,

es grüßen Sie herzlich, 
Ihre/eure 
Cornelia Trick und Silke Bruckart


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