Gemeindeaufbau
 
Weg zur Entwicklung von Grundüberzeugungen
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Neue Steine für den Bau, Epheser 2,19-22
Das große Puzzle, Epheser 1,22-23
 
Weg zur Entwicklung von Grundüberzeugungen - am Beispiel der Gemeinde Neuenhain/Ts.

fruchtbarer BaumDurch die Umstrukturierungen der Gemeinden in Frankfurt wurde bald klar, dass die Gemeinde Neuenhain/Ts. ein selbständiger Bezirk werden sollte. Das eröffnete die Chance, neu nach dem spezifischen Auftrag der Gemeinde in ihrem Umfeld zu fragen. Ein erster Schritt in diese Richtung war ein Gemeinde-Wochenend-Seminar zum Thema "Gemeinde im Aufbruch" (3/98). Wir dachten über unsere Leitbilder für Gemeinde und ihre biblische Verankerung nach. Daran schlossen sich Bibelabende zu Exodus an, bei denen der Weg einer Gemeinde mit dem Volk Israel exemplarisch nachvollzogen wurde (4/98-6/98). Nachdem im Sommer die Bezirkstrennung von der Gemeinde Ebenezer vollzogen wurde, starteten wir mit einer konkreten Phase der Zielfindung für die Gemeinde. 
In den Predigten thematisierten wir die Frage nach dem Selbstverständnis unserer Gemeinde. Wir entdeckten in der Apostelgeschichte und den Briefen viele Hinweise auf zielorientierten Gemeindeaufbau. An drei Abenden entwickelte Hartmut Kraft mit der Gemeinde eine erste Vorlage für Grundüberzeugungen. In dieser Phase kam es zu kritischen Gruppenprozessen, nicht alle ließen sich leicht auf das neue Thema ein, Begriffe mussten geklärt werden und bis hin zu seelsorgerlichen Gesprächen rangen wir an dem Kern unseres Glaubens und unserer Auffassung von Gemeinde miteinander. An die "offenen Abende" mit ca. 25 Personen schlossen sich Abende einer kleineren Gruppe an, die nun aus den groben Thesen konkrete Formulierungen entwickelte. Die Gruppe wurde im Lauf der Zeit größer. Das war für die inhaltliche Gestaltung wichtig und führte auch dazu, dass die Grundüberzeugungen eine breitere Basis in der Gemeinde hatten. Während dieser Monate (10/98 - 2/99) fanden mehrere Gemeindeversammlungen statt, die über die inhaltliche Entwicklung informierten. Dort war Gelegenheit, in den Prozess einzugreifen, Rückfragen zu stellen und Veränderungswünsche zu formulieren. Am 7.2.99 schließlich wurden die Grundüberzeugungen von der Gemeindeversammlung verabschiedet. 
Seitdem bilden die Grundüberzeugungen eine gemeinsame Basis für unsere Gemeindearbeit. Unsere Predigten orientieren sich weiter an Schwerpunkten, die in den Grundüberzeugungen ausgeführt sind. 
Neu Hinzukommende können sich leicht orientieren, welches Selbstverständnis wir in der Gemeinde haben und auf was sie sich einlassen. Leute, die wir zur Mitarbeit gewinnen wollen, haben mit den Grundüberzeugungen eine konkrete Handhabe, in welcher Perspektive wir ihre Mitarbeit sehen. Verstärkt werden die Grundüberzeugungen an Freunde und Bekannte weitergegeben, die sich über die Gemeinde informieren wollen und vielleicht Ähnliches in ihrer Gemeinde vorhaben.

Ich möchte jede Gemeinde ermutigen, sich auf diesen - anstrengenden - Weg zu begeben. Es ist nicht leicht, mit unterschiedlichen Vorstellungen und Vorurteilen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Doch es zeigen sich wichtige Punkte, an denen Gesprächsbedarf ist - wer weiß, ob wir sie ohne diesen Prozess jemals miteinander angegangen wären. Danken möchte ich an dieser Stelle besonders Hartmut Kraft, der uns tatkräftig und mit dem notwendigen Blick von außen begleitet hat und es weiter tut.

Literatur, die uns im Vorfeld geholfen hat:
Ernst-Georg Gäde, Claudia Mennen, Gemeinde leiten - aber wie? Grünewald-Verlag

Cornelia Trick

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Verantwortlich Dr. Ulrich Trick, Email: ulrich@trick-online.de
Internet-Adresse: http://www.taunusportal.de/emk/gemeindeaufbau/